• Susanne Bilz

Do’s & Don’ts vs. Persönlichkeit & Individualität - Passt das zusammen?

Es gibt da einen vermeintlichen Widerspruch in meiner Arbeit als Stylecoach. Er hindert mich nicht, aber er "lauert" im Hintergrund und manchmal treibt er mich um.







Es ist die Frage, wieso ich von Do’s & Don’ts des guten Stils spreche und gleichzeitig die Individualität als entscheidenden Maßstab für die persönliche Stilfindung zugrunde lege. Beides schien irgendwie nicht zusammenzugehen.


In den vergangenen Wochen habe ich die Antwort gefunden und die geht so:


In einer gleichgestellten und friedlichen Gesellschaft könnten wir alle genau die Kleidung tragen, die sich ausschließlich nach unserem jeweiligen Befinden und der Tagesform richtet. Rock, Hose, Anzug, Kaftan, Jogging, Latex oder Mönchskutte, Heels oder Badelatschen mit Socken, einfach alles wäre möglich ganz gleich welchen Geschlechts.


Statt Do’s & Don’ts die pure Individualität.


Mein Rat wäre dann einfach: jeder nach seiner Façon und vielleicht nicht immer ganz so viel, aus Gründen der Nachhaltigkeit. In einer solchen Welt leben wir aber (noch) nicht.


Stattdessen sind wir gerade jetzt konfrontiert mit Krieg und Autokraten, die mit Methoden des 19. Jahrhunderts unterwegs sind. Sie setzen Demokratie mit Naivität gleich und scheinen am liebsten hoch zu Ross und mit nacktem Oberkörper in die Schlacht reiten zu wollen. Wir sehen Akteure, die den Tanz auf der Rasierklinge üben und um der reinen Macht willen versuchen, es allen Herren recht zu machen. Unsere freiheitlichen Ideale und die Ideale einer aufgeklärten, digitalisierten und freien Wissensgesellschaft stehen zur Disposition.


Und wie immer in solchen Zeiten sind es die Frauen, die am Ende die höchste Zeche zahlen und trotzdem nicht als Heldinnen gefeiert werden.


Genau an dieser Stelle beginnt sich mein Widerspruch aufzulösen. Es ist wichtiger denn je, dass viel mehr Frauen an den entscheidenden Schaltstellen unserer Gesellschaft teilhaben. Nicht dass Frauen per se nicht machtbesessen und beeinflussbar sein könnten. Aber je mehr Frauen in echte Führungspositionen kommen und dort die weibliche Sichtweise einbringen, desto eher werden sich die Dinge ändern.


Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich die Homogenität einer Gruppe erst ab einem Anteil von über 30 % neuer Einflüsse verändert. Erst dann ändern sich Gewohnheiten und Umgangston, weichen Kulturkrusten auf und das Verständnis füreinander wächst. Der Weg nach oben ist nicht leicht, es braucht Kompetenz, Mut und Durchhaltevermögen. Es geht auch nicht darum die alten Strukturen zu bekämpfen sondern es geht um kluge Strategien, um sie von innen heraus zu verändern. Wir müssen sein wie Wasser, uns nicht assimilieren sondern neue Wege finden.




Ein Teil dieser Strategie sollte unser Auftreten sein, unser persönlicher Führungsstil.


Kleidung ist ein oft unterschätzter Teil dieses Auftretens und zudem ein mächtiges Kommunikationsmittel. Aber nicht alle beherrschen diese Sprache, zumal es die Modeindustrie als starken Gegenspieler gibt. Mode schert sich nicht um unseren Alltag oder unsere tatsächlichen Bedürfnisse. Sie kann begeistern und will verführen aber Mode ist auch ein beinhartes Business in dem es nahezu ausschließlich um Umsatz, Marktanteile, und Gewinne geht. Und wohlgemerkt, in den Führungsetagen von Modeunternehmen sind Frauen weit noch weniger präsent als in der Automobilbranche, außer eine Frau hat das Unternehmen selbst gegründet.


Wenn wir uns also für die Führungsebene entscheiden, dann gilt es den Werkzeugkasten der Möglichkeiten klug zu nutzen ohne ständig mit Mode beschäftigt zu sein.


An diesem Punkt beginnt meine Aufgabe als Stylecoach. Gemeinsam finden wir die Garderobe, die Deiner Persönlichkeit Ausdruck verleiht, Deinen Zielen angemessen ist, zu Dir passt und Dich täglich von Neuem stärkt und unterstützt.


Die Do’s & Don’ts richten sich dabei ausschließlich nach Deiner Persönlichkeit und Individualität.


Der Widerspruch hat sich endlich aufgelöst.


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