• Susanne Bilz

Black Friday Fever – oder warum wir gerne einen Blue Sunday hätten

Drei Dinge haben mich gestern sehr nachdenklich gemacht:


1. Der Stau auf der A8


bei meiner wöchentlichen Tour von Stuttgart in den Pfälzer Wald.

Bereits am frühen Vormittag stand der Verkehrsstrom in Richtung Osten still und LKW reihten sich dicht an dicht auf nahezu allen 3 Spuren. Nur vereinzelt war dazwischen der ein oder andere PKW auszumachen. Kein Unfall, keine Baustelle, keine Panne. Die schiere Menge von Fahrzeugen hatte den Verkehr wieder einmal zum erliegen gebracht. Lagerhaltung auf der Straße eben.

Gut für mich, dass ich in der anderen Richtung unterwegs war und ich das tägliche Schauspiel unserer ‚Just in Time‘-Gesellschaft zügig passieren konnte.


2. Ein DHL-Lieferwagen


der bei meiner Rückkehr zu sehr später Stunde vor meiner Einfahrt stand und der Paketbote, der zwischen zwei Häusern hin und her flitze.

Er versuchte seine Pakete bei Nachbarn abzuliefern, die offensichtlich bereits im Ruhemodus waren und erst mal gar nicht reagierten. Ich hoffe für ihn, dass er nicht schon seit dem Morgen unterwegs war und einfach nicht früher durchkam. Und...


3. Die ganz tägliche ‚Black Week‘ und ‚Black-Friday‘-Werbung


mit der wir in jedem Jahr Ende November auf sämtlichen Kanälen überschüttet werden.

Abgesehen von Radio-und TV-Spots sind mir gestern selbst im Businesskontext auf LinkedIn Black-Week-Angebote untergekommen und auf Instagram begegneten mir Posts von Unternehmen, die sich sonst ganz klar dem Thema Nachhaltigkeit verpflichtet fühlen und offen damit werben.



Black Friday Fever

Alles zusammen machte mir gestern den Widerspruch zwischen Wachstum und dem Streben nach Nachhaltigkeit überdeutlich. Wachstum braucht Konsum und zieht bisher Preisdruck, Billiglöhne und Umweltschäden nach sich. Nachhaltigkeit bedeutet das Gegenteil. Höherer Preise für weniger und qualitativ bessere Produkte, mehr Kreislaufwirtschaft und insgesamt mehr Bewusstheit. Und vielleicht erholt sich dann auch unsere Umwelt.


Wir würden gerne den Blue Sunday einführen. Die Farbe Blau, weil sie für uns die Farbe unseres Planeten ist und den Sonntag, weil er in der westlichen Hemisphäre noch immer der Tag der Ruhe und der Besinnung ist.


Am Blue Sunday sollten wir

  • unseren Bestand an technischem Schnick Schnack durchgehen,

  • unsere Essgewohnheiten durchleuchten,

  • den Umfang unserer Social Media Aktivitäten auf den Prüfstand stellen, und

  • unbedingt eine Shopping Tour durch unsere Kleiderschränke veranstalten

um vielleicht zu erkennen, was wir wirklich brauchen oder nutzen.


Letzteres ist das, was uns zur Gründung von UNIQONO geführt hat. Wir sind überzeugt, dass der persönliche Stil ein wesentlicher Baustein zu mehr Nachhaltigkeit ist. Wer weiß, was zu ihm passt und was ihm individuell taugt wird immer weniger zum Spielball für Trends und schnelle Schnäppchen und kann dann den Black Friday ohne jede FOMO gelassen überstehen.


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